Adobe Chef Bruce Chizen hat auf dem Web 2.0 Summit in San Francisco angekündigt, dass die Firma zukünftig alle Anwendungen web-basiert anbieten werde.
Und schon kommen die Zweifler auf den Plan und die Blogs laufen mit Diskussionen voll: Photoshop als Webapp? Unvorstellbar! Wie sollen Rechenaufwand der Filter und Datenmengen digitaler Bilder in vernünftiger Weise durch das Kabel vom Server zum Anwender transferiert werden? Nicht einmal in zehn Jahren erscheint das den Bloggern und Kommentierern möglich.
Werfen wir einen Blick auf die letzten zwei Jahre: Aus dem kleinen Writely ist Google Text & Tabellen geworden, das bereits über seinen Namen hinaus gewachsen ist und mittlerweile Präsentationen online anbietet. In der Tabellenkalkulation lassen sich längst Diagramme erstellen. Alle drei Büroanwendungen sind weit von dem entfernt, was Writely in den ersten Tagen angeboten hatte. Zoho überbietet Google beharrlich und bietet bereits eine Datenbank-Anwendung an. Microsoft zeigt bereits erste Screenshots vom hauseigenen Microsoft Office Live Workspace.
Photoshop unmöglich?
Mit der hauseigenen Anwendung Flash konnten bereits vor vielen Jahren interaktive Anwendungen programmiert werden. Online-Spiele, Lernprogramme und viel mehr wurde aber nur selten mit Actionscript umgesetzt. Die Programmierer beschränkten sich auf bunte Menüs und Grafikeffekte. (Selbst ich habe 2003 ein einfaches Spiel und ein Lernprogramm in Flash schreiben können: CoinCollector und Die Welt ist genug.)
Photoshop umöglich?
Nein, ganz und gar nicht. Denn bereits jetzt gibt es eine Vielzahl von Online-Bildbearbeitern: Picnik ist eine gute unter vielen. Und Videos können längst online bearbeitet werden: JumpCut wird vom Webware-Blog sogar als Alternative mangels existierender Video-Freeware empfohlen. Einziges Manko sind (natürlich) die (noch) langen Upload- und Download-Zeiten.
Adobe als übertrieben Web-orientiert zu bezeichen ist grundsätzlich falsch. Eher sollte man die Prognose von zehn Jahren kritisch unter die Lupe nehmen. Sollten sich Web-Applikationen weiterhin derart schnell entwickeln, dann wird Photoshop in zehn Jahren wohl der letzte Software-Klassiker sein, der ins Netz geht.
Schlagworte: future, online, photo, photoshop, software, trends, webapp

30. Oktober 2007 um 12:05 |
nicht nur Adobe, ich glaube an den virtuellen Desktop. Komplett. Nur Browser, Monitor und der Rest ist Online.